|
Im Gegensatz zu anderen großen Lehrern und Schriftstellern war Joseph Murphy mit biographischen Informationen über sich selbst äußerst zurückhaltend. Auch seine Witwe,
Jean L. Murphy, fühlt sich an das Versprechen gebunden, das ihr Joseph Murphy abgenommen hatte: Keine biographischen Details über ihn zu verbreiten, die den Blick auf sein eigentliches Anliegen verstellen könnten.
Nicht der Lehrer sei wichtig, so begründete er dies, sondern die Lehre.
Joseph Murphy wurde in eine religiöse, kinderreiche katholische Familie geboren. Der Vater, der 99 Jahre alt wurde und im hohem Alter noch Französisch und Gälisch lernte, war
Schuldirektor in dem kleine Ort Derrynard im Süden Irlands, wo Joseph Murphy aufwuchs.
Mehrere Geschwister fanden den Weg in kirchliche Berufe. Joseph Murphy besuchte ein irisches Priesterseminar, um katholische Theologie zu studieren, verließ es jedoch kurz vor dem
Abschluss, weil der enge und strenge Dogmatismus der katholischen Kirche ihn in Gewissenskonflikte mit seinen eigenen Vorstellungen von Gott und Glauben brachten, die zu jener Zeit natürlich noch revolutionär waren.
“Schon als Junge fand ich die orthodoxen Lehren, die man mir eingetrichtert hatte, völlig unbefriedigend. Ich warf alle diese Lehren meiner frühen Kindheit über Bord und fand Befriedigung in den Gesetzen des
Geistes und der Wirkungsweise des Unendlichen. Ich fühlte mich von den falschen Doktrinen, den völlig unlogischen, unvernünftigen und unwissenschaftlichen Dogmen meiner Kirche ganz und gar verunsichert.” Was -
um ein anderes Beispiel zu nehmen - für Martin Luther das Turm-Erlebnis (Römerbrief!) war, bedeutete für Joseph Murphy die aufkeimende Erkenntnis, was es mit dem Glauben, der Berge versetzt (Markus 11, 23-24;
Matthäus 17, 20 u.a.), auf sich hat.
Um 1920 wurde bei Joseph Murphy eine bösartige Hauterkrankung festgestellt, der die Ärzte machtlos gegenüberstanden. Einzig durch die Kraft des Gebetes und die Macht seines
Unterbewusstseins vermochte er sich dennoch selbst zu heilen. 1922 wanderte er nach den USA aus, wo er Religionswissenschaft, Philosophie und Jura studierte und in allen drei Fächern promovierte. Seine späteren fast
weltumspannenden Vortragsaktivitäten brachten ihm auch Universitätsgrade indischer Universitäten ein.
Nach dem Studium folgten Lehrtätigkeiten in unterschiedlichen Bereichen. Seit den vierziger Jahren war Joseph Murphy zunehmend publizistisch tätig, er verfasste zahllose
Zeitschriften-Artikel und Bücher (insgesamt 36), wandte sich in regelmäßigen Rundfunksendungen (darunter eine tägliche Radiosendung; später auch Fernsehsendungen) an ein noch größeres Publikum und erreichte wiederum
im persönlichen Kontakt große Zuhörerschaften bei seinen Vorträgen und Vorlesungen.
Ergänzung aus den Erfahrungen von Werner Hinterleitner:
Viele Geistliche der beiden großen Kirchen bezeichnen ihn als einen tiefgläubigen christlich geprägten Gelehrten. Joseph Murphy war ein Visionär und seine Bücher sind Botschaften
des Friedens, des Glaubens und der Völkerverbindung.
In Wirtschaft und Industrie findet man in allen maßgebenden Führungskräfte- und Mitarbeiterschulungen das Gedankengut des Dr. Joseph Murphy, der die für jeden Menschen
nachvollziehbare Gesetzmäßigkeit und Wirkungsweise des Geistes im Menschen als das POSITIVE DENKEN, oder besser gesagt, als das bewusste schöpferische und konstruktive Denken beschreibt. Für viele Menschen war die
Begegnung mit Dr. Joseph Murphy und mit seinen Büchern eine Befreiung aus fundamentalistischer oder sektiererischer Abhängigkeit und der Anfang zu einem neuen, mit Sinn erfüllten Leben.
|